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Clermont-Ferrand

Clermont-Ferrand liegt in der Auvergne, ziemlich genau im Zentrum Frankreichs. Ein geschichtsträchtiger Ort ist das, einer von der Sorte, die frühe Kulturen magisch angezogen haben, auch weil er vom mächtigen Puy de Dôme überragt wird, von einem erloschenen Vulkan, der sich mehr als 1.000 Meter über die Stadt erhebt und der jede Gesellschaft an dieser Stelle anhielt, religiöse Bauten dort zu errichten. Lange gab es auch wilde Gerüchte über die wahre Beschaffenheit des Berges, er bleibt ein Vulkan.

Die Kelten bauten am Puy de Dôme, später errichteten die Römer einen Tempel, irgendwann gab es hier einen Wallfahrtsort, im 20. Jahrhundert verliefen über ihn einige legendäre Etappen der Tour de France.

Im Süden von Clermont-Ferrand lag Gergovia, eben jene legendäre Stadt der Arverner, bei der diese die Armee der Römer zu schlagen wussten, bevor sie dann bei Alesia mit ihrem jungen Anführer Vercingetorix untergingen. Ab dem 4. Jahrhundert bereits war Clermont-Ferrand (den Namen erhielt die Stadt erst in der Neuzeit) Sitz eines Bischofs, im Jahr 1095 fand im damals noch Clairmont genannten Ort eine große von dem auch damals umstrittenen Papst Urban II einberufene Synode statt, die den ersten Kreuzzug, also eine mit Waffen geführte Pilgerreise nach Jerusalem zur Folge hatte. Mit Adhémar de Monteil wurde auch ein Bischof aus der Region als Leiter der Unternehmung benannt.

Clairmont war ein relevantes christlich-religiöses Zentrum geworden, der Adel der Auvergne, ein wenig außen vor, gründete im zwölften Jahrhundert die Stadt Montferrand in unmittelbarer Nähe, die Orte wurden dann im 18. Jahrhundert zusammengelegt. Das neue Clermont-Ferrand verbindet keine Liebesehe, aber eine Erfolgsgeschichte. In der Industrialisierung entstanden hier zahlreiche florierende Unternehmen, besonders bekannt ist natürlich Michelin

Puy de Dôme

Puy de Dôme ©iStockphoto/img85h

Die Kirche Clairmonts, Ort der Synode zu den Kreuzzügen, existiert nicht mehr, man ging damals relativ unromantisch mit alten Sakralbauten um, wenn Zeitgeist und Architektur Neues verlangten. Zur Zeit der Gotik musste sie weichen, mit der Notre-Dame-du-Port existiert in Clermond-Ferrant allerdings ein romanischer Wallfahrtsbau, der direkt in den Jahrhunderten nach der Synode geplant und errichtet wurde, zum UNESCO-Weltkulturerbe Jakobsweg in Frankreich zählt und selbst wichtigstes erhaltenes Beispiel für eine Bauschule ist, die sich auvergnatische Pyramide nennt.

Überragt wird Clermont-Ferrand von der Cathédrale Notre-Dame-de-l’Assomption de Clermont, einem mächtigen pechschwarzen gotischen Bau, den man erklimmen kann, weil er einen der seltenen Vierungstürme über Haupt- und Querschiff besitzt, von dem aus man einen tollen Überblick über die Stadt hat.

Das Unternehmen Michelin unterhält in seiner Heimatstadt zudem ein sehr modernes Museum, L´Aventure Michelin ist besonders für Technikfreunde ein sehr lohnenswertes Ziel.