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Sehenswürdigkeiten in Paris

Paris ist besungen, beschrieben, bedichtet, gemalt, gefilmt, fotografiert und in jeder anderen künstlerischen Weise bearbeitet worden. Diese Stadt ist die der Liebe, in ihr haben sich Künstlerseelen verloren, ihnen sind Kunstsammler gefolgt, hier hat man die Mode und das gute Benehmen und den Stil erfunden, und zwar ebenso wie die tiefe Künstlerseele, die die Nächte durch Salons diskutiert, den tieferen Sinn im Alkohol sucht und im Zweifel das rasche Ende findet.

Paris steht für den Exzess, für die barbusige tanzende Schönheit, die Philosophie, den Mut, für die richtige Sache einzutreten, für den Aufbruch, die Belle Èpoque und auf diese Stadt war über viele Jahrhunderte der gesamte europäische Fokus gerichtet. Hier mussten adlige Zöglinge mal gewesen sein, um überhaupt am Leben teilnehmen zu können und hier hat man dem Adel in Europa einen entscheidenden Tritt versetzt, als der es mit der Macht endgültig verspielt hatte.

Noch heute reicht ein kurzer Spaziergang an der Uferpromenade der Seine entlang für die große Liebe, wer sich aber mehr Zeit nimmt, wird an jeder zweiten Straßenecke eine Legende entdecken. Unterhaltung gibt es genug. Man spricht von 160 Museen, 100 Theatern, eine fünfstellige Zahl von Restaurants. Im Zentrum von Paris ist die Architektur eine Macht. Es gibt ausladende, prächtige Brücken, gigantische Kirchenbauten, riesige Paläste, breite Prachtstraßen wie die Avenue des Champs-Élysées, es gibt Obelisken und Triumphbögen und berühmte Plätze, von denen der Place de la Concorde vielleicht der späteste, dafür aber prächtigste bleibt.

Place de la Concorde

Place de la Concorde ©iStockphoto/Vii-Studio

Zu den ältesten Bauwerken der Stadt zählt die in ihren Ruinen freigelegte Arena der Römer, die wirkt aber geradezu mickrig im Kontrast zur ausladenden Existenz späterer Jahrhunderte. Für die Geschichtsinteressierten am alten Paris wird es eigentlich erst ab dem 10. Jahrhundert interessant und mit dem Gebäudekomplex des Palais de la Cité gibt es tatsächlich noch Anlagen, in denen bereits Hugo Capet wandelte und die ein altes staatliches Machtzentrum darstellen.

Ein anderes ist natürlich der Louvre, der über die Jahrhunderte immer wieder umgebaut und erweitert wurde und längst eines der berühmtesten Museen der Erde ist. Die berühmte Bastille existiert ja nicht mehr, dafür aber zahlreiche andere klug zweckentfremdete Bauten wie das Palais du Luxembourg, in dem der Senat zusammenkommt (es gibt wohl keinen Staat der Erde, dessen repräsentierende Instanzen in vergleichbar pompösen Gebäuden residieren). Dazu gehört natürlich der Élysée-Palast, wo heute der Staatspräsident seinen Fifi in den Garten lässt.

Das Panthéon, die Ruhmeshalle französischer Helden, ist ein vergleichsweise junger Bau, ein seltsames Zwischending zwischen römischer Kirche und griechischem Tempel. Ursprünglich als Abtei gebaut werden hier die großen Geister der Nation beigesetzt – und das schon seit dem 19. Jahrhundert.

Wer die allerwichtigsten Bauwerke von Paris bei einem Besuch abklappern möchte, sollte die Axe Historique nehmen. Durch die Stadt wird eine Schneise an Louvre vorbei durch die Tuilerien genannten Schlossgärten, durch Place de la Concorde, über die Champs-Élysées und noch viel weiter zur prächtigsten aller Prachtstraßen.

Der gewaltige 324 Meter hohe Eiffelturm wurde zwischen 1887 bis 1889 errichtet, damals gab man sich vor Weltausstellungen noch etwas mehr Mühe, obwohl auch die Bauwerke des 20. Jahrhunderts einige spektakuläre Beispiele vorzuweisen haben. Den Louvre beispielsweise erkennt jedes Kind – anhand seiner spät vorgenommenen unterirdischen Erweiterungsmaßnahmen. Das Centre Georges Pompidou, das Pariser Zentrum für moderne Kunst, ist ebenso ein Fall. Ein Bau wie eine Maschine kommen hier Moderne, Geist, Kunst, die Neugierde und Phantasie des Menschen in einem Bauwerk zusammen. Jeder versteht das.

Dass Paris bis heute immer wieder äußerst spektakuläre Neubauten bekommt, liegt auch daran, dass es sich eingeschlichen hat, dass französische Präsidenten ein neues Baudenkmal, eine neue Oper, eine neue Staatsbibliothek oder ein neues Museum zum ein wenig eitlen, aber irgendwie hübschen Legislaturziel erklären.

Zu den Museen, die man in Paris gesehen haben sollte, zählen natürlich Louvre und Centre Georges Pompidou. Besonders letzteres ist von Kunst durchdrungen und umgeben, überall prasseln die Eindrücke auf einen ein, der Bau beherbergt oben eine sehr große Sammlung moderner Kunst (Popart usw.).

Ein Highlight ist auch das Picasso-Museum, das zahlreiche Werke des Meisters, aber auch Teile seiner persönlichen Sammlung, also von Künstlern, die er schätzte, zeigt. Ein interessanter Bau ist auch das Institut du Monde Arabe, bereits 1980 haben französische Politiker dieses öffentlich zugängliche Institut gegründet und mit erheblichem Aufwand umgesetzt, das zwischen Frankreich und arabischer Welt vermitteln soll.

Wer Claude Monet verehrt, findet im Musée Marmottan Monet eine große Sammlung des Malers, Auguste Rodin hat ebenfalls sein eigenes Museum in Paris, sehr spannend ist darüber hinaus das Musée du quai Branly mit außereuropäischer Kunst.