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Metz

Metz ist die Hauptstadt der Region Lothringen und liegt an der Stelle, an der die Seille in die Mosel mündet, lange Zeit im toten Winkel der politischen, öffentlichen und touristischen Aufmerksamkeit. Die Stadt liegt kaum 70 Kilometer von Saarbrücken entfernt, ein alter Zankapfel zwischen deutschen und französischen Machtinteressen hat die Ruhe der vergangenen Jahrzehnte die Wirkung eines Schönheitsschlafes gehabt.

Wie so viele Städte Frankreichs war auch Metz schon zu Zeiten der Gallier bzw. Kelten existent, war sogar eine ziemlich große und wichtige Stadt, das setzte sich dann auch erstmal fort. Metz war ein religiöses Zentrum, der heilige Chrodegang von Metz soll maßgeblich an der Entwicklung gregorianischer Choräle beteiligt gewesen sein, in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends war Metz Hauptstadt Austrasiens bzw. des Teiles des fränkischen Empires, der im Westen beispielsweise an den Ärmelkanal, im Osten an Thüringen, im Norden an Friesland und im Süden an Burgund stieß.

Arnulf von Metz gilt als Stammvater der mächtigen Karolinger, womit die Stadt für diese natürlich von herausragender Bedeutung für dieses im ersten Jahrtausend in Europa so mächtigen Adelsgeschlechtes, dessen berühmtester Vertreter Karl der Große 814 im 260 Kilometer entfernten Aachen verstarb.

Im zweiten Jahrtausend war Metz zunächst freie Reichsstadt mit einem starken, selbstbewussten Bürgertum ihre politische Wichtigkeit und auch Brisanz behielt sie noch viele Jahrhunderte. Die deutschen Einigungskriege in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mündeten im deutsch-französischen Krieg 1870/71 und der Annexion Lothringens, somit auch der von Metz.

Metz

Metz ©iStockphoto/Hans Klamm

Die Stadt gehörte bis zum Ende des ersten Weltkrieges zum Kaiserreich, ging dann wieder an Frankreich und wurde im Zweiten Weltkrieg gleich wieder von den Deutschen besetzt. Bei der Entstehung der Nationalstaaten und dem Versuch, eindeutige, schlüssige historische Herleitungen zu schaffen, ist man nicht nur an dieser Stelle Europas an Grenzen gestoßen: woher kommen die Franken? Wer war zuerst da? Wer ist eigentlich was und im Kern? Das sind alles Fragen, die nicht eindeutig und endlich beantwortet werden können und die im schlimmsten Fall zu erheblichen kriegerischen Konflikten führen. Sicher ist, dass Metz Frankreich ganz wundervoll steht und sich ein paar Merkmale der früheren Bedeutung bewahrt hat.

Mit der Église Saint-Pierre-aux-Nonnains aus dem vierten Jahrhundert steht in Metz das älteste Kirchengebäude Frankreichs. In der Stadt gab es etliche Klöster, beispielsweise die uralte Abbatiale Sainte-Glossinde, das Abbaye de Saint-Arnould oder das Cloître des Récollets de Metz. Auch die sagenumwobenen Templer hatten hier eine Kapelle und eine wirkliche Schönheit ist die gotische Cathédrale Saint-Étienne de Metz, ein reich bearbeiteter, breiter, mächtiger Bau.

Zu einem touristischen Magneten hat sich seit seiner Eröffnung 2010 das Centre Pompidou-Metz entwickelt, das zentral gelegene Zentrum für zeitgenössische Kunst, ein Ableger des Namensvetters in Paris.