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Burgund – Bourgogne

Ein Name, dem man die Schönheit der Landschaft anhört, die er benennt: Bourgogne. Oder, ungefähr genauso schön: Burgund. Die Region im östlichen Zentrum Frankreichs hat keine Grenzen zu einem Nachbarstaat, aber schier grenzenlose Agrarflächen in sanft gewellter Lage, sie hat keine Küsten, aber Côte-d’Or, östliche Hanglagen im Süden der Hauptstadt Dijon, an denen Generationen kreativer und experimentierfreudiger Weinbauern Legendäres geschaffen haben.

Aber das ist nur einer der Exportschlager aus dem Burgund. Es soll Bürger der Region geben, die mit Schaudern in Deutschland erleben mussten, mit welch seltsam gelber Tunke wir unsere köstlichen Bratwürste zu malträtieren pflegen. Senf ist rund um Dijon eine Heiligkeit. Im Burgund baut man seine eigenen Nüsse an, presst daraus sein eigenes Öl, züchtet alteingesessene Hühner- und Rinderrassen und kann Wein sowohl rot als auch weiß (der Name der Gemeinde Chablis ist selbst jenen bekannt, die um Wein einen Bogen machen).

Burgund ist ein sehr altes Siedlungsgebiet, menschliche Spuren lassen sich bis 15.000 vor Christus nachweisen. Die Gallier lebten hier, die Römer ebenfalls, die berühmte Schlacht der Römer unter Julius Cäsar gegen Vercingetorix bei Alesia, ebenjenem Ort, den Majestix überhaupt nicht gerne hört, fand hier statt, Alesia heißt heute Alise-Sainte-Reine, hat ein paar hundert Einwohner und den Namenszusatz bekommen, weil die heilige Regina, eine Märtyrerin, hier in der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts zur Welt gekommen sein soll.

Zu Lebzeiten Reginas begann man in Burgund Wein anzubauen, da war die Zeit, über die Archäologieinteressierte in Burgund heute besonders viel erfahren können, bereits größtenteils vorbei: jene der Kelten. Mit Bibracte hat man Ruinen eines alten Machtzentrums der Haeduer freigelegt und zu einem hervorragenden Museum ausgebaut.

Burgund – Bourgogne

Burgund – Bourgogne ©iStockphoto/Richard Semik

Auch die Jahrhunderte danach haben ihre Zeichen in Burgund hinterlegt. Zahlreich spitzdächige Schlösser, Burgen, Klöster und Kirchen warten auf Besucher, die alte schmucke Studentenstadt Dijon ist ein guter Ausgangspunkt für Touren durch Burgund, der auch nachts einige Highlights zu bieten hat.

Burgund ist eine geradezu perfekte Landschaft für ausgedehnte Radtouren durch Senffelder, Wälder und an Weinhängen vorbei, wer sich dabei ins befestigte Beaune verfährt, sollte Freude an Weinverkostungen mitbringen. Wunderschön ist es auch im Naturpark Morvan an der Yonne, an der der alte Flusshafen Auxerre liegt. Der Canal du Nivernais stellt eine wichtige Verbindung der Flüsse zur Seine und Loire.

Motorsportfans kennen das sehr beschauliche Nevers bei Magny-Cours, Naschkatzen sind in den Süßigkeitenschmieden von Avallon richtig und wenig ist zauberhafter als Vézelay mit der romanischen Basilique Sainte-Marie-Madeleine de Vézelay, die allein zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde und als Teil des Ensembles sakraler Wegmarken, die zum Jacobsweg gehören, noch einmal.

Und dann gibt es noch das Kloster von Cluny. Hier stand eine Weile die größte Kirche des Christentums, der Ort gilt als wichtiges religiöses Zentrum des Mittelalters, ist aber zu großen Teilen zerstört worden und kann heute nur noch in Modellen und Bauresten bewundert werden.

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