Skip to main content

Rhône-Alpes

Rhône-Alpes ist nicht nur wirtschaftlich eine der wichtigsten Regionen Frankreichs. Sie ist auch eine der schönsten – was auch daran liegt, dass sie viele, ganz unterschiedliche Seiten hat. So gibt es einerseits Lyon als nordwestliches Zentrum, das immer wieder dadurch verblüfft, dass es trotz seiner wirtschaftlichen Potenz unglaublich hübsch und geschmeidig ist.

Dann gibt es so exklusive Lagen wie die gemeinsame Grenze zur Schweiz, die teilweise von Genfer See gebildet wird, nach Italien geht es über einige der höchsten Berge der Alpen in den Grajischen und Savoyer Alpen, zu denen auch der Mont Blanc zählt, im Westen der Region dagegen beginnt schon so leicht das Zentralmassiv – ein scharfer Kontrast. Ohnehin ist die Landschaft ungemein kontrastreich.

Da gibt es die schroffe Schönheit der Landschaften, die von der Ardèche durchschnitten werden, gleichzeitig gibt es auch alte, sorgsam bis penibel kultivierte Gegenden. Rhône, Isère und Saône durchfließen Rhône-Alpes, wichtige alte Wirtschaftsmotoren, an denen man sich schon lange darauf versteht, die exquisitesten Spezialitäten herzustellen.

Es gibt zahlreiche Naturparks in Rhône-Alpes, der älteste am artenreichen Gebirgsstock Vercors, auch am Mont Pilat ist einer eingerichtet, einer der bekanntesten ist einer der jüngeren: der Parc naturel régional des Monts d’Ardèche wurde 2001 bestimmt.

Rhône-Alpes

Rhône-Alpes ©iStockphoto/Franck Caillet

Rhône-Alpes gehört zu den Regionen, die das gesamte Jahr über Urlaubsziel sind. Wie bedeutend die Region beispielsweise für den Wintersport ist, erkennt man daran, dass im 20. Jahrhundert hier gleich dreimal die Olympischen Winterspiele ausgetragen wurden (1924 in Chamonix, 1968 in Grenoble und 1992 in Albertville). Die Rhône-Alpes bilden ein wichtiges europäisches Wintersportzentrum, sind infrastrukturell hervorragend ausgebaut und sind klimatisch so abwechslungsreich, dass es in den Höhen im Winter zwar bitterkalt werden kann, weiter unten ist das Klima aber warm genug für Olivenhaine, Lavendelfelder und einige der besten Hanglagen der Erde.

Es gibt kaum eine Region (vielleicht findet man in Italien eine Schwester), die so sehr mit ihrer Küche identifiziert wird. Lyon ist nicht nur das Zentrum, in dem die Fäden (das wären in diesem Fall die Lieferwege lokaler Produkte) zusammenlaufen, hier kommen einige der berühmtesten Köche her, hier hat man sich einen eigenen Restaurant-Bistrot-Typus ausgedacht und hier klingt Hausmannskost schon so kompliziert, dass man sich zunächst gar nicht fragt, was mit Haute Cuisine gemeint sein könnte. In Rhône-Alpes gibt es große Seen, der Lac du Bourget im Département Savoie ist der größte natürliche seiner Art innerhalb Frankreichs und ohne Grenze zur Schweiz. Hier gibt es eine tolle touristische Infrastruktur für den Sommer. Man kann allerhand Sport in der Umgebung machen, im See natürlich auch, es gibt einige alte Sakralbauten und Ruinen, die man mit dem Schiff anfahren kann und über allem ruht der alte Thermalkurort Aix-les-Bains.

Wenn es um Größe geht, kommt gleich nach dem Lac du Bourget der Lac d’Annecy mit der gleichnamigen mittelalterlich wirkenden Stadt am Ufer, Hauptstadt des Départements Haute-Savoie. Der See gilt als besonders sauber. Annecy und die direkte Umgebung haben für das Haus Savoyen besondere Bedeutung, waren meistens dagegen, wenn was Neues passierte und sind erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Teil Frankreichs geworden. Wenn es um Rhône-Alpes geht, muss auch Grenobles Erwähnung finden. Die größte Großstadt direkt an den Alpen ist allein wegen seines bedeutenden Museums für die schönen Künste, moderne Kunst und Ägyptologie einen Besuch wert. Es hat eine gewaltige Sammlung, eine lange Geschichte und braucht gelegentlich komplett neue Gebäude.

Und dann gibt es noch Saint-Étienne im tiefen Westen der Region, am Zentralmassiv gelegen. Der bereits erwähnte Mont Pilat liegt hier, die Stadt ist eine französische Metropole der Technik, von Nähmaschinen bis Waffen ist hier alles produziert worden, was ein bisschen mehr Geschick erfordert. Das begann schon vor der Industrialisierung und als diese dann richtig startete, war Saint-Étienne auf gleich mehreren Gebieten eines ihrer wichtigsten Zentren. Eine Zechenstadt ist sie heute nicht mehr und hat die damit verbundenen Probleme, ein guter Ort wird sie immer sein.

Top Artikel in Französischen Alpen