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Lyon

Lyon ist die Stadt der Genüsse, die Stadt der spektakulären Illumination der Nacht, hat als Herz eine als Weltkulturerbe deklarierte Altstadt, steht inmitten berühmter Weinberge, besitzt die prächtige Rhône und die Saône als Lebensadern.

Gleichzeitig ist Lyon ein großes industrielles Zentrum Frankreichs, die zweitgrößte Agglomeration, ab der Renaissance ein wichtiges europäisches Seidenzentrum besteht ihre Bedeutung heute darin, Standort für Banken, die Krebsforschung, der Pharmaindustrie, der modernen Medien, der Raffinerien und der modernen Technik zu sein. Die Brüder Lumière drehten hier ihren ersten Film.

Wenn anderswo davon die Rede ist, dass sich das Christentum früh durchgesetzt hätte, gilt das für Lyon erst recht. Die Römer wussten bereits Lugdunum als strategischen Ort zu nutzen, und unter deren Herrschaft kam die Stadtheilige Blandina im Jahr 177 auf schreckliche Art zu Tode. Sie wurde gemartert, aber sie beugte sich nicht. Sie wurde den Stieren zu Hufe geworfen, aber die wollten sie nicht, irgendwann wurde sie erstochen.

Die Jahrhunderte durchstand die Stadt als Spielball der Mächte, nach der Jahrtausendwende wertete der Vatikan Lyon zu seinem Zentrum in Frankreich auf, viel später, in der Zeit der Französischen Revolution, fand hier eine der größeren Massenexekutionen statt und es gab hier im 19. Jahrhundert – wie später in Schlesien – große Weberaufstände.

Lyon war eine gute Stadt, um sich aufzubegehren. Einige Stadtteile haben Traboules, Durchgänge von einer Straße zur anderen durch Häuser hindurch. Erste Traboules gab es schon zur Römerzeit, wesentlich später baute man das Netz aus, um den trockenen Transport von Seide an Regentagen zu gewährleisten; das hat irgendwann ein derart komplexes System an Gängen über Höfe, mit Abzweigungen, über verschiedene Ebenen, mit versteckten Eingängen usw. ergeben, dass das für Ortskundige wie ein unübersichtliches insgesamt 50 Kilometer langes und 230 Straßen verbindendes Labyrinth wirken muss.

Lyon

Lyon ©iStockphoto/Yenwen Lu

Lyon hat gerade in kultureller Hinsicht von allem reichlich: eine große Oper, ein Ballett, viele Theater, sogar eins aus der Römerzeit, dutzende von Museen, unglaublich viele auch in den Straßen der Stadt tätige Künstler und prächtige Gebäude, die häufig wirken, als könnten sie nur hier stehen.

Und dann gibt es noch die Küche. Die Stadt des Gaumens greift lustvoll nach allem, was man in die Pfanne werfen kann. Was nicht aus den Flüssen geholt, von den Weinbergen gepflückt oder auf der Fensterbank gezogen werden kann, wird über engmaschig aufgestellte, wohl informierte Dienstleister aus den jeweils besten Anbaugebieten der weiteren Umgebung in die Stadt getragen.

Es muss irgendwann einmal einen langen Wettbewerb der Käsereien in der direkten Umgebung gegeben haben, zumindest trifft man in jeder Himmelsrichtung von Lyon aus auf Spitzenkäse. Michelin- und Gault-Millau-König Paul Bocuse kommt aus der unmittelbaren Nachbarschaft, es gibt viele Mineralwasserquellen in der Region, es gibt eine Kochtradition, die ursprünglich eine alte mündliche ist und es gibt die Bouchons, einen eigenen sehr sympathischen Restauranttypus, in dem all das probiert werden kann.

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