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Provence Alpes Côte d’Azur

Die Provence ist das große Urlaubstraumland in Frankreich, es ist die Region der Düfte, des Lavendel, der Trüffel, der großen Küche, der Weine, des sanften Tourismus, nah an Italien, Monaco, den Alpen und dem Mittelmeer mit der Côte d’Azur ist hier Frankreich wirklich das Land aller Möglichkeiten, wo man zum Fan dieses Landes wird, in dem das gute Leben viel früher zum Daseinsziel erhoben wurde als sich das unsere Vorfahren nördlich der Alpen hätten ausmalen wollen.

Es ist die Natur, die Provence-Alpes-Côte d’Azur ausmacht, diese Kombination aus allem, was Frankreich ganz wunderbar sein lässt: die atemberaubende Küste, die Naturparks und klaren Flüsse, Parkanlagen und vorgelagerten Inseln … Vielleicht ist es auch einfach diese einzigartige Möglichkeit, alles zu haben. Vom Luxus- bis zu Individualurlaub, es gibt Kunst-, Sprach- und Kochkurse, winzige Dörfchen und Weltstädte wie Marseille. Hier haben berühmte Maler ihr persönliches Wunder erlebt, hier finden Filmschaffende und Rennfahrer ihr Glück.

Neben Marseille und Nizza gibt es gleich mehrere weitere bedeutende Städte. Und wenn sie mal ausnahmsweise nicht gleichzeitig von ausgesuchter Schönheit sind, liegt auf ihnen das schwere Gewicht düsterer Geschichte. Das gilt für Toulon, diese alte Marinehafenstadt Frankreichs, in der sich die Vichy-Flotte im November 1942 selbst versenkte.

Oder Cannes natürlich, dieses frühe Tourismusexperiment europäischer Adliger, ein altes Fischernest, das seit ein paar Jahrhunderten eine komplett eigene Welt ist, in die vielleicht noch Sanremo und Monaco passen, mit einer ganz eigenen Art von Karneval … und wer das nicht mag, geht halt nach Saint-Tropez. Oder nehmen wir Aix-en-Provence, die alte Hauptstadt der Region, in der erhabene Pracht mit universitärem Leben gepaart einen äußerst scharfen Kontrast zum nahen Marseille bildet. Paul Cézanne kam hierher, Émile Zola ging mit ihm zur Schule und wer einmal durch Aix-en-Provence flaniert ist, wundert sich nicht mehr, dass jeder zweite berühmte Sohn oder Tochter der Stadt Künstler war. Mindestens jeder zweite.

Provence Alpes Côte d’Azur

Provence Alpes Côte d’Azur ©iStockphoto/Graça Victoria

Wenn es aber um Schönheit, nicht um Erhabenheit, edle Geister und Kunstgedöns geht, ist man mit Avignon wesentlich besser beraten. Diese Stadt, mehr als ein Jahrhundert eine Art alternativer Vatikan, wirkt wie ein steinernes Wunder. Die kaputte Pont Saint-Bénézet war Inspiration zu dem berühmten Lied, gleich in der Nähe liegt der Palais des Papes, darüber die romanische Kathedrale der Stadt, alles zusammen ist längst UNESCO-Weltkulturerbe.

Am schönsten ist Avignon während des alljährlichen Theaterfestes, ist bis heute auf gute mittelalterliche Art befestigt und liegt in der wunderschönen Vaucluse, einer Landschaft, die die Essenzen der Provence in sich trägt.

Noch schöner eigentlich, an den Rändern der Sümpfe der Camargue, ist Arles. Van Gogh hat hier gewirkt (man kann die Straßen der Stadt anhand seiner Bilder durchwandern), die Römer haben der alten Hafenstadt ein Amphitheater gelassen (und nicht nur das), es gibt zahlreiche verwunschene sakrale Bauten und wer glaubt, dass sich auf deutschen Wochenmärkten in den vergangenen Jahren schon vieles zum Besseren gewandelt hätte, wird von den Düften der Märkte von Arles eines besseren belehrt (noch besser ist der freitägliche Markt von Carpentras, nicht weit entfernt).

Wo wir gerade bei den Römern waren: in Orange steht ein römisches Theater aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. Also dieses Theater steht nicht wie andere Theater in seinen rudimentären Resten, liegt eigentlich mehr, dieses Theater ist erstaunlich erhalten, ein UNESCO-Weltkulturerbe, das bereits seit dem 19. Jahrhundert, nach Jahrhunderten der Zweckentfremdung, wieder als Bühne benutzt wird.