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Nizza

Ab an die Côte d’Azur: kein Ort liegt schöner als Nizza, wer das Mittelmeer genau so haben will, wie es Postkarten versprechen, muss hierhin, zwischen Cannes und Monaco, die Alpen nicht fern, Italien nicht fern, das Mittelmeer, dessen Glitzern für die perfekte Rundumbräune sorgt und ein etwas teureres, dafür aber hochklassiges touristisches Rundumangebot (nicht fern).

Nirgendwo ist es im Jahresdurchschnitt an der französischen Côte d’Azur wärmer, das wusste schon der europäische Adel im 19. Jahrhundert und der stützte sich auf Informationen, die sich schon der Homo Erectus vor 400.000 Jahren weitergab.

Nizza wurde von Phokäern gegründet, man spricht von alten griechischen Seeleuten, genaugenommen wären das heute Türken; dieses äußerst unternehmungsfreudige Seefahrervölkchen stammte aus der kleinen Stadt Foça bei Izmir. Ihrer Gründung Marseilles war noch eine Liebesgeschichte eines der Männer mit einer ligurischen Prinzessin vorausgegangen, die Stadtgründung Nizzas war Ergebnis einer durchaus kriegerischen Expansion – Nike ist die Siegesgöttin, in Frankreich heißt die Stadt auch heute noch Nice, wenn wir Nizza sagen, nutzen wir den italienischen Namen.

Der Ort liegt an einer strategisch höchst relevanten Stelle. Sämtliche Truppenbewegungen zwischen dem, was heute Frankreich und dem, was heute Italien ist, liefen hier, am südlichen Rand der Alpen durch. Die Römer kamen hierher, später die Goten, kurz darauf die Franken, irgendwann auch mal die Sarazenen und viele mittelalterliche Fürstengeschlechter folgten. Um Nizza gab es große Schlachten, die Stadt und ihr Umland waren in nahezu jedem Jahrhundert Zankapfel in Erbfolgekriegen, bei Grenzkonflikten, Konstruktionen von Empires und im Kampf um die besten Liegeplätze am Strand. Dafür hat sie sich wirklich hervorragend gehalten.

Nizza, an der Römerstraße Via Iulia Augusta gelegen, Höhlen im Hinterland, in denen belegbar schon Neandertaler lümmelten, Nizza bietet alles. Wie eng die Verbindung zum nahen Italien ist, sieht man auch daran, dass Giuseppe Garibaldi, dieser berühmte Kämpfer für ein vereinigtes Italien im 19. Jahrhundert in Nizza zur Welt kam. Vielleicht gibt es keine weitere europäische Stadt, die derart viele internationale, das heißt deutsche, britische, ukrainische, argentinische, us-amerikanische, australische, japanische oder auch belgische Berühmtheiten hervorgebracht hat.

Nizza

Nizza ©iStockphoto/Valery Bareta

Nizza ist eine Schönheit in Prunk, viele Barockbauten, große Plätze, schmale Gassen, Promenaden, Kathedralen, Parks und natürlich der Yachthafen bilden ein Ensemble, das einfach Flair hat. Zahlreiche sehr schöne Museen zieren die Stadt. Dazu gehört das Musée Matisse mit der privaten Sammlung des berühmten Malers, es gibt Klassiker im Musée des Beaux Arts, auch Chagall hat ein Museum, es gibt Popart im Musée d’art moderne et d’art contemporain de Nice und der berühmte japanische Architekt Kenzō Tange hat den Bau des Museums für asiatische Kunst zu verantworten gehabt.

Von Nizza aus lässt sich die französische Riviera, die Côte d’Azur, hervorragend erkunden. Im Westen liegt die alte Hafenstadt Antibes mit dem großen Picasso-Museum, mit Marineland d’Antibes, einem Seewassererlebniszentrum für alle, die sich an Walen in Gefangenschaft erfreuen mögen.

Weiter im Westen liegt Cannes, (wie Nizza übrigens fast ebenso) Stadt der Filmfreunde, ein ehemaliges Fischerdorf, das vor langer Zeit zur touristischen Sensation wurde und seitdem ein Ort der Magie ist.

Weiter im Landesinneren befindet sich Grasse, die Parfümstadt und der Ort, an dem Patrick Süskind Teile seines darum handelnden Romanes spielen ließ. Weiter südwestlich die Côte d’Azur entlang liegen die Städtchen Fréjus und Saint-Raphaël dicht beieinander, zwei absolute Kleinode, Bäder, Winterkurorte zwischen den luxuriösen, weltbekannten Badestränden von Cannes auf der einen Seite und Saint-Tropez auf der anderen.

Hier in Saint-Tropez scheinen zwei Schlagworte des 20. Jahrhunderts geprägt worden zu sein: Jetset und Gentrifizierung. Es waren Maler, die hier ihre Zeit verbrachten, bevor ihre Kunden darauf aufmerksam wurden, die seitdem zu Wochenenden und Verabredungen und Events einfliegen, um das Gesicht des Ortes auf einen Schlag dramatisch zu verändern – und natürlich die Preise zu bestimmen.

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