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Mamoudzou – Lage, Klima, Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Die Komoren sind eine kleine Inselgruppe im Indischen Ozean in etwa mittig gelegen zwischen dem nördlichen Madagaskar und dem ostafrikanischen Staat Mosambik. Dazu gehört das französische Übersee-Département Mayotte, wovon Mamoudzou die Hauptstadt ist. Im Prinzip befinden wir uns auf der Insel Mayotte in einem weit abgeschiedenen tropischen Teil von Frankreich auf circa 13 Grad südlicher Breite, also auf der Südhalbkugel der Erde. Die Besucher treffen dort auf perlenweiße Strände, traumhafte Tauchreviere und auf eine der weltweit größten Lagunen. Des Weiteren wird die Aufmerksamkeit des Touristen auf Kokospalmen und Bambuswälder, auf schroffe Hänge am Mont Bénara und nicht zuletzt auf die vielen Maki-Affen gelenkt.

Mamoudzou ist die Hauptstadt des französischen Départements Mayotte

Das Übersee-Département Mayotte gehört als Teil von Frankreich zu Europa. Das bedeutet, dass der Euro hier Landeswährung ist. Seit 1976 ist Mayotte offiziell eine Gebietskörperschaft der Französischen Republik („Collectivité territoriale de la République française“), die ab dem Jahre 2001 als „Collectivité départementale“ bezeichnet wurde. Ende März 2011 bekam Mayotte den Status „101. französisches Département“. Ab 2014 gehört Mayotte als Gebiet äußerster Randlage (Outermost Regions = OMR) der Europäischen Union an. Einen solchen Status hat zum Beispiel auch Französisch-Guayana. Geographisch ist Mayotte dem Archipel der Komoren zuzurechnen. Andere Inseln des Archipels der Komoren wie Grande Comore gehören heute als unabhängige Staaten der islamischen Union an.

Historische Meilensteine von Mamoudzou

Seit 1500 war Mayotte im Besitz lokaler Sultane und madagassischer Herrscher. Das madagassische Volk der Sakalava rekrutierte einst so viele Sklaven aus Mayotte, dass die Insel ganz und gar zu entvölkern drohte. In seiner Verzweiflung wandte sich der Sultan an die Franzosen, die die Insel 1841 für 1.000 Piastres zu einem französischen Protektorat erklärten. In einer Abstimmung wurde im Jahre 1974 gegen die Unabhängigkeit und für den Verbleib unter französischer Herrschaft entschieden, doch der islamisch geprägte Staat Komoren besteht weiterhin auf seinen Anspruch auf die Insel Mayotte.

Mamoudzou

Mamoudzou ©iStockphoto/Clicks

Geografie Mamoudzous

Mayotte selbst ist ebenfalls eine ganze Inselgruppe bestehend aus der Hauptinsel Grande Terre, der Nebeninsel Petite Terre (Pamanzi) sowie mehreren kleinen, unbewohnten Inseln, den îlots. Insgesamt macht dies eine Fläche von ungefähr 374 Quadratkilometern aus, was einem Quadrat von fast 20 Kilometer Kantenlänge entspricht. Aus geologischer Sicht ist die von Korallenriffen umgebene vulkanische Insel Mayotte mit circa neun Millionen Jahren zwar sehr jung, aber dennoch der älteste Teil der Komoren.

Die Regenzeit dauert von November bis März. Da dies auf der Südhalbkugel die Sommerperiode ist, liegen nun die Temperaturen etwas höher als während der Trockenzeit im Südwinter. Die höchste Erhebung der Insel ist Mont Benara (660 Meter über dem Meeresspiegel). Die Haupt- und Hafenstadt Mamoudzou liegt an der Ostküste der Hauptinsel in Sichtweite der nur zwei Kilometer entfernten Nebeninsel Petite Terre, auf der sich übrigens der internationale Flughafen „Dzaoudzi Pamandzi“ befindet. Direktflüge kommen und gehen von hier aus unter anderem nach Marseille und Paris. Über eine häufig frequentierte Fährverbindung sind beide Inseln gut miteinander verbunden.

Das fast 42 Quadratkilometer umfassende Gemeindegebiet von Mamoudzou ist in drei Kantone mit acht Dörfern gegliedert. Der höchste Berg innerhalb dieses Gebietes ist mit 570 Metern der „Mlima M’Tsapere“ (Mont Mtsapéré), er bildet zugleich die Grenze zur Nachbargemeinde Koungou. Die kleine Insel Mbouzi, gute zwei Kilometer südlich der Hauptstadt gelegen, gehört ebenfalls noch zu Mamoudzou. Sie besteht zum größten Teil aus der Schutzzone „réserve naturelle nationale de l’îlot Mbouzi“.

Bevölkerung von Mamoudzou

Völkerwanderungen waren schon immer ein weltweites „Problem“. Im Jahre 2017 bestand die Bevölkerung in Mayotte zu über 50 Prozent aus illegalen Einwanderern vornehmlich aus dem Areal der Großen Seen, Madagassen und Pakistanern, die über die Nachbarinsel Anjouan einreisten. Der weitaus größte Teil der Bevölkerung sind heute sunnitische Muslime. Zwar gilt als Amtssprache Französisch, aber wirklich gesprochen wird meistens Mahorisch, dabei handelt es sich um eine Variante des Komorischen, das wiederum mit Swahili verwandt ist. Auf Mahorisch heißt die Insel „Mahoré“.

Die islamischen Einwanderer dürfen sich entscheiden, ob sie nach islamischem Recht Kadi oder nach französischem Recht leben möchten. Allein auf Mayotte ist also islamisches Recht dem EU-Recht gleichgestellt. Jedes Kind, das auf der Insel geboren wird, ist automatisch französischer Staatsbürger und das motiviert viele Menschen zur Übersiedlung. Von den ungefähr 220.000 Einwohnern Mayottes lebt circa ein Viertel in Mamoudzou.

Klima in Mamoudzou

Eigentlich ist es in Mamoudzou das ganze Jahr über drückend und sehr warm. Die Tagestemperaturen schwanken saisonal bedingt zwischen 22 und 31 Grad Celsius. Ausreißer darüber oder darunter sind eher selten, was an den „mildernden Umständen“ des Indischen Ozeans liegt. Die etwas heißere, wenngleich dicht bewölkte Regenzeit beginnt südlich des Äquators Ende November und endet oft erst im April. Von Mitte Januar bis Mitte Februar ist mit den stärksten Regenfällen zu rechnen.

Die relativ kühlere Jahreszeit startet gegen Ende Juni und dauert dann bis Mitte September. Im Durchschnitt liegt die Tageshöchsttemperatur in dieser eher trockenen Phase etwas unter 28 Grad Celsius. Besonders selten treten Niederschläge im Zeitraum von Ende Mai bis Mitte Oktober auf.

Hinsichtlich der Wassertemperaturen lässt sich feststellen, dass der Indische Ozean in diesem Teil der Welt mit zum Teil mehr als 29 Grad Celsius von Mitte Dezember bis Anfang Mai besonders warm ist. Wem eine Wassertemperatur von 26 Grad Celsius zum Schwimmen ausreicht, sollte in der Zeit von Anfang Juli bis Anfang Oktober nach Mayotte fliegen. Die verschiedenen Jahreszeiten lassen sich am besten so zusammenfassen:

Januar bis Mai: Tageshöchsttemperaturen circa 32 Grad Celsius bei einer monatlichen Niederschlagsmenge um 50 Millimeter.
Juni und Juli: Sehr schönes Wetter mit morgendlichen Temperaturen um 26 Grad Celsius.
August und September: Mittags werden Temperaturen um 29 Grad Celsius erreicht und der Niederschlag beträgt pro Monat nur circa 13 Millimeter.
Oktober: Ein heißer Monat, in dem es schon mal 33 Grad warm werden kann.
November und Dezember: Es ist mit zum Teil bis 33 Grad Celsius immer noch sehr warm, dabei beträgt die Regenwahrscheinlichkeit ungefähr 80 Prozent.

Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in Mamoudzou

Gerade an der Ostküste von Grande Terre sowie im Umfeld von Mamoudzou gibt es viele paradiesische Buchten, die vor allem bei französischen Sporttauchern sehr beliebt sind. Im nördlichen Bereich von Mamoudzou befindet sich der Place du Marché mit seinem überdachten Markt, der durch seine große Vielfalt an Ständen und sein afrikanisch-arabisches Flair besticht. Hier werden zum Beispiel Goldschmuck, Kaffee, Gewürze, Textilien und die für Mayotte typische Vanille angeboten.

Ein wirklich sehr schönes Gebäude ist die etwas höher gelegene, wiedererstandene Villa des ehemaligen französischen Gouverneurs (Maison du Gouverneur). Das Haus war 1880 erbaut worden, aber um 1950 durch einen starken Zyklon zerstört worden. Erst 1999 wurde das Gebäude nach Vorlage des Originals wieder aufgebaut. Entlang der Küstenstraße von Mamoudzou nach Mliha befinden sich idyllische Buchten innerhalb herrlicher Landschaften. Ausgehend von dem Fischerdorf M’tsamboro kommt man per Boot auf die vorgelagerten Inseln, wo es überwältigende Strände gibt.

Neben diesen sandigen Naturschönheiten hat Mayotte selbstverständlich auch Kunst und Kultur zu bieten. Da der Fischfang für Inselbewohner grundsätzlich von existenzieller Bedeutung ist, wurde diesem Unterfangen auf Mayotte eine eigene Institution gewidmet. So ist das „Musée de la Pêche“ (Fischerei-Museum) in der Rue Mahabou in Mamoudzou eine wahre Sehenswürdigkeit. Unter anderem können hier alte Fischerboote samt der traditionellen Fischereitechniken bestaunt werden. Erlebnisreich einkaufen kann man im Zentrum auf dem typisch afrikanischen Markt, wo die Zackenbarsche, Schwertfische, Seeteufel, Tintenfische, Shrimps & Co. aus dem Indischen Ozean frischer gar nicht sein können. Auf keinen Fall sollte der Besuch des imposanten Hafens verpasst werden.

Das in Mahabou befindliche Grabmal von Sultan Adrian Souli, der 1841 für die Übergabe der ganzen Insel an die französischen Eroberer verantwortlich war, ist unbedingt eine Besichtigung wert. Von hier aus hat man im Übrigen einen herrlichen Panoramablick über die gesamte Lagune und die Nebeninsel Petite Terre.

Die Wale vor der Küste von Mamoudzou sind eine wahre Touristen-Attraktion. In der Zeit von Juli bis Oktober bringen die Tiere, insbesondere auch Pottwale, genau hier ihre Jungen zur Welt. Vielfach werden von den Einheimischen Ausflüge mit ihren traditionellen Booten (Pirogen) angeboten. Die ebenfalls sehenswerte Nebeninsel Dzagudzi ist gut mit der Fähre zu erreichen.

Die Sandstrände in der Nähe des Dorfes Labattoir sind besonders malerisch. Ungefähr acht Kilometer südlich von Mamoudzou liegt ebenfalls noch an der Ostküste die Gemeinde Dembéni, wo auch die Einheimischen am Strand von Milouani gern baden gehen. Ausgehend von Mamoudzou können wunderbare Tauchtouren unternommen werden. Besonders beliebt ist hierbei die Meerenge zwischen den Inseln Grande Terre und Petite Terre. Daher sind gleich mehrere empfehlenswerte Tauchstationen auf Petite Terre in der ehemaligen Hauptstadt Dzaoudzi entstanden. Nur mit einem Schnorchel ausgerüstet können die grüne Meeresschildkröte und die Schuppenschildkröte hautnah beobachtet werden. Typische Tropenfische wie die Doktor- oder Clownfische gesellen sich in aller Regel gleich neugierig dazu. Die Schildkröten kommen extra zur Eiablage an die Strände von Mayotte.

Die ausgedehnten Korallenriffe in einem weiten Bogen rund um Mayotte lassen sich auch sehr gut mit dem Glasbodenboot erkunden. Dieser faszinierenden, leuchtend bunten Fauna des Riffs kann man auf diese gemütliche Weise lange bewundern. Hinzu kommen noch im Norden die traumhaft weißen Strände und Korallenriffe der Malandzamia Inseln bei Mtsamboro. Gerade die romantischen Sonnenuntergänge sind hier unschlagbar.

Die Tierwelt des Festlandes besteht im Wesentlichen aus Lemuren, Wildschweinen, Fledermäusen und natürlich vielen unterschiedlichen Vogelarten, die alle ihre ökologische Nische ausfüllen. Das ohrenbetäubende Gebrüll der Maki-Affen, die im nahen Urwald zu Hause sind, ist allenthalben auch in den Städten zu hören. Darüber hinaus sind die relativ großen Flughunde, die vor allem an den Hängen des Mont Bénara beheimatet sind, beeindruckend anzuschauen.

Die Flora von Mayotte birgt wahre Schätze, so zum Beispiel die duftende Ylang-Ylang-Blüte und mehr als 50 Arten wilder Orchideen. Die dominant duftende Vanille besetzt sogleich ganze Felder. Etwas weiter im Inland gedeihen wuchtige Mammut- und Affenbrotbäume sowie Kokospalmen. Letztere reihen sich auch zahlreich an den Stränden von Mamoudzou und Kani-Kéli aneinander.

Bei einer Tageswanderung durch den tropischen Regenwald erreicht man den Gebirgskamm des Mont Bénara. Von seinem Gipfel bietet sich ein herrlicher Ausblick über die gesamte Insel. Auf der kleinen Nebeninsel Petite Terre befindet sich der fast kreisrunde, smaragdgrün leuchtende Dziani-Kratersee. Spätestens hier wird der Besucher an den vulkanischen Ursprung der Komoren erinnert, denn wer sich zu dicht an das Ufer des Sees heranwagt, bekommt den hohen Schwefelgehalt des Wassers durch sich einstellende Übelkeit zu spüren.

Kulinarische Schätze in Mamoudzou

Oben wurde bereits ein wichtiger Hinweis dazu gegeben, hier sind die gesunden, frischen Gaumen-Highlights von Mayotte:
– Seeteufel
– Schwertfisch
– Zackenbarsch
– Tintenfisch
– Shrimps

Wer gern Fisch isst, kommt hier voll auf seine Kosten. Die Haute Cuisine von Mamoudzou ist nur einer von vielen Vorteilen des französischen Einflusses. So werden auch gute Weine und der Käse aus Frankreich importiert, während die Bäcker der Insel inzwischen die Herstellung von Baguette perfektioniert haben. Traditioneller kommen dann schon Maniok, Kochbanane und das klassische Curry auf Kokosmilchbasis daher.

Sehr zu empfehlen sind die herzhaften Eintöpfe aus Ziegen- und Rindfleisch. Wegen der stark muslimisch geprägten Insel gibt es kaum Schweinefleisch und auch Alkohol ist hier ein eher seltenes Gut, wohl aber in den größeren Hotels reichlich vorhanden. Das ist aber alles gar nicht so schlimm, denn die herrlich frischen Fruchtsäfte aus Guaven, Mangos, Litschis und Bananen vertreiben jeden Gedanken daran, dass es einem hier an irgendetwas fehlen könnte.

Fazit:

Auf der Hauptinsel Grande Terre von Mayotte ist Mamoudzou die Hauptstadt. Die frühere Hauptstadt Dzaoudzi befindet sich auf der kleinen Nebeninsel Petite Terre östlich davon. Dort liegt übrigens auch der Flughafen. Das tropische Wetter ist immer warm, aber durch den Indischen Ozean nicht zu heiß. Der Massentourismus hat seinen Weg noch nicht bis hierher gefunden, was der Inselgruppe durchaus gut tut.

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